Abredeversicherung: letzter Lohn bleibt versichert

Die Abredeversicherung bezweckt das Vermeiden von Lücken im Versicherungsschutz, hält das Bundesgericht im Urteil 8C_243/2017 vom 31. August 2017 fest. Sie kann für maximal ein halbes Jahr abgeschlossen werden, wenn die versicherte Person nicht in einem Arbeitsverhältnis steht. Dabei stehen für die versicherte Person naturgemäss die Geldleistungen im Vordergrund, wäre doch jedenfalls die in der Schweiz wohnhafte Person auch ohne diese Möglichkeit für die Heilbehandlung nach Krankenversicherungsgesetz obligatorisch versichert. Bei Bestehen der Abredeversicherung kann daher der Anspruch auf ein Taggeld grundsätzlich nicht einzig mit dem Argument verneint werden, die versicherte Person wäre auch ohne den Unfall während der Heilungsphase nicht erwerbstätig gewesen. Etwas Abweichendes gilt nur dann, wenn feststeht, dass sich die versicherte Person bereits vor dem Unfall endgültig aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen wollte, mithin in Falle einer Pensionierung (E. 3.6). Der Versicherte, ein zuvor als Gerichtsschreiber tätiger Mann im Alter von 38 Jahren, hatte sich beim Fussballspielen am rechten Fuss verletzt. Die Allianz erbrachte die Kosten für die Heilbehandlung, verneinte aber den Taggeldanspruch, mit dem Argument, er habe kein Erwerbsaufall erlitten. Dem hat das Bundesgericht nun eine Abfuhr erteilt (für Einzelheiten vgl. BGE 8C_243/2017).